Nationales Bildungspanel: Hochschulstudium und Übergang in den Beruf
Das Nationale Bildungspanel für die Bundesrepublik Deutschland (National Educational Panel Study, NEPS) wird von einem interdisziplinär zusammengesetzten Exzellenznetzwerk unter der Leitung von Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld , Universität Bamberg, durchgeführt. Ziel des Nationalen Bildungspanels ist es, Längsschnittdaten zu Kompetenzentwicklungen, Bildungsprozessen, Bildungsentscheidungen und Bildungsrenditen in formalen, nicht-formalen und informellen Kontexten über die gesamte Lebensspanne zu erheben. Dazu werden jährlich Befragungen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen durchgeführt, die sich in unterschiedlichen Bildungsphasen befinden, so z. B. im Kindergarten, in der Grundschule, in der beruflichen Bildung oder im Studium.
Im Rahmen des Nationalen Bildungspanels ist HIS für die Untersuchung der Bildungsverläufe und Kompetenzentwicklung im Studium verantwortlich. Die zentralen Fragestellungen drehen sich um
- Kompetenzen von Studierenden und Kompetenzentwicklung im Studienverlauf: Über welche fachlichen und außerfachlichen Kompetenzen verfügen Studierende? Inwieweit korrespondieren diese mit den Anforderungen des Beschäftigungssystems? Inwieweit hängt der Kompetenzerwerb vom Hochschultyp und von der Fachrichtung ab? In welcher Weise beeinflussen unterschiedliche Lernumwelten und individuelle Lernstrategien die Kompetenzentwicklung?
- Bildungsentscheidungen im Studienverlauf und Studienerfolg: Was sind die Determinanten für Übergänge im Studium - wie z. B. Studienabbruch, Studienfachwechsel, Auslandsstudium, Aufnahme eines Masterstudiums - und für den Studienerfolg? Welche Rolle spielen hierbei Kompetenzen, welche Rolle spielen soziale Faktoren wie soziale Herkunft, Geschlecht und Migrationserfahrungen? Welche Konsequenzen haben getroffene Entscheidungen für den weiteren Bildungs- und Berufsverlauf?
- Übergänge in den Beruf und beruflicher Erfolg: Welche Bedeutung für Berufseintritt und Berufserfolg (z. B. berufliche Position, Einkommen, Beschäftigungssicherheit) haben erworbene Kompetenzen auf der einen Seite und formale Qualifikationen (Zeugnisse), soziale Herkunft, Geschlecht sowie soziale und kulturelles Kapital auf der anderen Seite? Welche Rolle spielen fachübergreifende Kompetenzen im Vergleich zu fachspezifischen Kompetenzen?
Die erste Erhebung wird im Herbst 2010 mit einer Stichprobe von Studienanfängerinnen und ‑anfängern des Wintersemesters 2010/11 stattfinden. Diese Kohorte wird in den Folgejahren mehrmals untersucht. Darüber hinaus werden auch Personen befragt, die aus anderen Bildungsphasen (z. B. gymnasiale Oberstufe, Berufsausbildung) in ein Studium wechseln.
Die NEPS-Daten werden der nationalen und internationalen Wissenschaft in Form eines so genannten anonymisierten Scientific Use Files so rasch wie möglich zugänglich gemacht. Diese Daten werden ein reichhaltiges Analysepotential für verschiedene an Bildungs- und Ausbildungsprozessen interessierte Disziplinen (wie etwa Demografie, Erziehungswissenschaft, Ökonomie, Psychologie, Soziologie) bieten und die Grundlagen für eine verbesserte Bildungsberichterstattung und Politikberatung in Deutschland schaffen.
Nähere Auskünfte
Dr. Hildegard Schaeper
Dr. Christian Kerst
Dr. phil. habil. Edith Braun
Gunther Dahm
Stefanie Gäckle
Roman Jeschke
Dr. Oliver Lauterbach
Thomas Weiß
Veröffentlichungen
Aschinger, F.; Epstein, H.; Müller, S.; Schaeper, H.; Vöttiner, A.; Weiß, T. : Higher Education and the Transition to Work In: Blossfeld, H.-P./Roßbach, H.-G./von Maurice, J. (Hg.): Education as a Lifelong Process. The German National Educational Panel Study (NEPS). (Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, Sonderheft 14). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2011, S. 267–282 | |
Internet-Link
(mit weiteren Informationen zum Bildungspanel allgemein)

Higher Education and the Transition to Work