Funktion der Absolventenuntersuchungen
Die HIS-Absolventenbefragungen sollen Informationen zu allen aktuellen und grundsätzlichen Fragen liefern, die im Zusammenhang mit dem Studium, dem Hochschulabschluss, dem Berufsübergang und der beruflichen Integration stehen. Das Instrument besteht aus einem Kern an Fragen, die die Befragungswellen überdauern und einem bei jeder Befragung zusätzlich eingebrachten Teil zu aktuellen hochschulpolitisch bzw. hochschulisch relevanten Fragen. Es gibt vier wesentliche Funktionen der Absolventenbefragungen:
1. Analysen zum Zusammenhang von Studium (Studienverlauf/Studienerfolg, Studienqualität) und Berufserfolg
Hierzu zählen u. a. Analysen über Hintergründe unterschiedlicher Studiendauer, zur Funktion von Aufbaustudiengängen und ihrer Wirkung auf das berufliche Fortkommen, zur Selbständigkeit von Hochschulabsolventen, über die Teilnahme von jungen hoch Qualifizierten an beruflicher Weiterbildung sowie über die Werdegänge von Ingenieurinnen und Naturwissenschaftlerinnen. Neben einer Reihe von publizierten fächerbezogenen Reports entwickelte sich in den letzten Jahren ein thematischer Schwerpunkt, der für die Hochschulentwicklung und die Qualität der Lehre und des Studiums von zentraler Bedeutung sind: die Auswirkungen der Veränderung hochqualifizierter Arbeit auf die Qualifikationserfordernisse von Hochschulabsolvent(inn)en.
2. Ermittlung von fächerbezogenen repräsentativen Daten, im Sinne des Benchmarking für Hochschulen
Die Datenberichte erlauben jeder Hochschule bzw. jedem Fachbereich, sich mit den bundesweit repräsentativen Ergebnissen zu vergleichen, sofern bei lokalen Absolventenbefragungen gleiche bzw. vergleichbare Instrumente bzw. Fragen zum Einsatz kommen. Eine Reihe von Hochschulen nutzt diese Möglichkeit bereits. Da für die Fragebogen kein Copyright existiert, kann sich jede Hochschule und jedes Forschungsinstitut der in der Projektgruppe entwickelten Instrumente frei bedienen.
3. Unterstützung der Evaluation an Hochschulen
Schon vor der Verwendung von Begriffen wie Qualitätssicherung und Evaluation im hochschulischen Bereich hatte die Arbeit in den Absolventenprojekten - auf Nachfrage von Hochschulen, Prüfungsverwaltungen bzw. Fachbereichen - unmittelbar evaluative Aspekte. In zahlreichen Beispielen wurden Fragen zur Ausbildung von Hochschulabsolvent(inn)en mit dem Ziel verfolgt, zur Aufklärung über die Effizienz des Studiums und den Berufserfolg von Absolvent(inn)en vor Ort beizutragen.
4. Länderspezifische und regionale Untersuchungen
Soweit es die Stichprobe zulässt, können auch regionale bzw. länderbezogene Analysen durchgeführt werden. In der Vergangenheit waren solche Analysen u. a. für Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern möglich.
