Qualitätssicherung an Fakultäten und Fachbereichen des Maschinenbaus und der Elektrotechnik

Im Auftrag des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) bearbeiten die Arbeitsbereiche "Studierendenforschung" und "Steuerung, Finanzierung, Evaluation" des HIS-Instituts für Hochschulforschung (HIS-HF) kooperativ ein mehrphasiges Projekt zur Qualitätssicherung im Maschinenbau- und Elektrotechnikstudium. Primäres Ziel ist es, vor dem Hintergrund des erheblichen Fachkräftebedarfs der deutschen Wirtschaft den Studienabbruch zu verringern, ohne jedoch das Anforderungsniveau des Studiums und den Kompetenzerwerb der Studierenden abzusenken.

In einem ersten Schritt geht es darum, den erreichten Status Quo der Studienqualität in Bezug auf das Erreichen eines hohen Studienerfolgs an Fakultäten und Fachbereichen des Maschinenbaus zu analysieren. Hierzu werden vorhandene Daten des HIS-Studienqualitätsmonitors (SQM) sekundäranalytisch ausgewertet. Auf diese Art und Weise sollen relevante Problemfelder und mögliche Anknüpfungspunkte für optimierende Maßnahmen identifiziert werden.

Parallel dazu wird auf der Basis der vorhandenen Daten sowie der Fachliteratur zum Studienabbruch ein Referenzmodell für Qualitätsmanagement(QM)-Systeme an Fakultäten und Fachbereichen des Maschinenbaus und der Elektrotechnik zunächst theoretisch-konzeptionell entwickelt und im Rahmen eines Expertenworkshops diskutiert.

Drittens erstellt HIS-HF mittels einer systematischen Online-Befragung einen Überblick über bereits vorhandene Aktivitäten des QM an Fakultäten und Fachbereichen des Maschinenbaus und der Elektrotechnik. Auf der Basis dieser empirisch gewonnenen Erkenntnisse über die vorliegenden Bedarfslagen und Erfahrungen der Hochschulen sowie des erreichten Stands der QM-Systeme erfolgt eine Modifizierung und ggf. weitere Ausdifferenzierung des Referenzmodells.

Im vierten Schritt wird das Modell dann mit Hilfe von vertiefenden Fallstudien an ausgewählten Fakultäten bzw. Fachbereichen des Maschinenbaus und der Elektrotechnik auf Anschlussfähigkeit geprüft. Die Fallstudien liefern dabei Erkenntnisse über günstige Lösungen beim Einsatz von Qualitätssicherungsinstrumenten und der Organisation der entsprechenden Prozessabläufe ebenso wie Hinweise auf Wirkungszusammenhänge und bislang ungelöste Probleme. Sie machen so offensichtlich, von welchen Bedingungen der erfolgreiche Einsatz bestimmter Instrumente abhängig ist und wie sich Regelkreisläufe organisieren lassen.

Die Sekundärauswertungen zur Studienqualität sowie die Entwicklung des Referenzmodells haben im Dezember 2011 begonnen; die Erstellung eines Überblicks zum Qualitätsmanagement und die Durchführung der Fallstudien werden im ersten Halbjahr 2012 realisiert. Bis Ende August 2012 (KW 34) wird ein Abschlussbericht zu allen vier Teilprojekten vorgelegt.

Daran sollen sich Implementierungen und Weiterentwicklungen von QM-Systemen zur Erhöhung des Studienerfolgs an Fakultäten bzw. Fachbereichen des Maschinenbaus und der Elektrotechnik in den verschiedenen deutschen Bundesländern anschließen. Dabei wird das Referenzmodell an die konkreten Anforderungen und Bedingungen der jeweiligen Fakultät bzw. des Fachbereichs adaptiert. Möglichkeiten eines effektiven und zielorientierten Qualitätsmanagements werden vorgestellt, dessen Einführung beratend begleitet und sein Erfolg kontrolliert.

Nähere Auskünfte

Dr. Ulrich Heublein

Dr. Susanne In der Smitten