Universitätsbenchmarking - Kennzahlenvergleich Forschung und Lehre
In Folge des seit mehreren Jahren intensiv vorgenommenen Umbaus der Hochschullandschaft und des sich wandelnden Verhältnisses zwischen Staat und Hochschule steigt der Informationsbedarf auf Seiten der Hochschul-Führungsebene kontinuierlich, und zwar sowohl bei Universitäts- als auch bei Fakultäts- bzw. Fachbereichsleitungen. Die neuen Steuerungsinstrumente wie Hochschulverträge, Zielvereinbarungen und (formelgebundene) Mittelvergabemodelle sind auf den kontinuierlichen und verlässlichen Output kennzahlengestützter Berichtssysteme angewiesen.
Benchmarking ist als Berichtsinstrument geeignet, das Verständnis für die eigenen Geschäftsabläufe zu erhöhen, Ziele klar zu definieren, Strategien zu überprüfen und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu initiieren. Im Zuge der ausgeweiteten Hochschulautonomie und des zunehmenden Wettbewerbs zwischen den Hochschulen dient ein solches Instrument der Unterstützung der gesamtuniversitären und der fakultätsbezogenen Steuerung und Profilbildung.
Während im Hochschulbereich bisher vor allem Verwaltungsprozesse Gegenstand eines Benchmarkings gewesen sind, findet es im Bereich der Kernaufgaben der Hochschulen in Lehre und Forschung noch wenig Verwendung.
Vor diesem Hintergrund haben die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die Universität Potsdam und die Universität Ulm einen Benchmarking-Club gegründet, der den Blick gezielt auf die nachhaltige Verwendung der Projektergebnisse für die interne Steuerung und nicht auf ein plakatives Ranking richtet. Ab 2010 wird jährlich ein kennzahlengestützter Vergleich mit insgesamt 26 Kennzahlen in den Bereichen Forschung, Lehre, Gleichstellung und Internationalisierung durchgeführt. Die Ergebnisse sollen dabei in die Berichtssysteme der Hochschulen integriert werden.
HIS unterstützt das von den Hochschulen eigenverantwortlich durchgeführte Projekt bei der Kennzahlenberechnung und Projektkoordination, sichert eine ausreichende Qualität der Datenbasis und entwickelt spezifische Auswertungsmöglichkeiten. Dabei sind immer die höchst unterschiedlichen IT-Voraussetzungen der Projektpartner zu berücksichtigen. Das Projekt steht grundsätzlich für eine Beteiligung weiterer Hochschulen offen.
Im Kontext der eingangs skizzierten Rahmenbedingungen kann das Projekt "Universitätsbenchmarking" einen wichtigen Beitrag zur Bewertung der Effektivität bzw. Leistungsfähigkeit des Instruments Benchmarking leisten und ermöglicht es, den aus seiner Verwendung für die teilnehmenden Hochschulen zu ziehenden Nutzen genauer zu spezifizieren. Für das Projekt ist eine Laufzeit von September 2009 bis Dezember 2011 vereinbart.
Veröffentlichungen
| Hecht, M.; Oberschelp, A.: Universitätsbenchmarking in Forschung und Lehre - Universitäten gründen Benchmarking-Club In: HIS-Magazin 1/2010, S. 8 | |
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