Studierendenforschung

ROLLE UND BEDEUTUNG DES ARBEITSBEREICHS

Die in diesem Arbeitsbereich durchgeführte praxis- und politiknahe Studierendenforschung bezieht sich auf die drei zentralen Handlungsebenen Bund, Länder und einzelne Hochschulen und setzt die Fragestellungen und Analysen in zunehmendem Maße auch in Relation zu entsprechenden internationalen Entwicklungen und wichtigen Referenzländern. Nicht nur die aktuellen hochschulpolitisch relevanten Veränderungen wie der Bologna-Prozess, die Stärkung des Länderföderalismus oder die erhöhte Autonomie der einzelnen Hochschulen haben die Nachfrage nach ebenso umfassenden wie detaillierten gesicherten empirischen Informationen in den letzten Jahren stark steigen lassen. Dies gilt auch für die anhaltende politische Thematisierung von Chancengerechtigkeit, Durchlässigkeit und die nach wie vor unzureichende Effizienz im Hochschulsystem sowie die zunehmende Bedeutung der "Produktion" von Humankapital als volkswirtschaftlichem Schlüsselfaktor für Innovation, Wettbewerb und Leistungsfähigkeit.

SCHWERPUNKTE UND AUFGABE

Die im Arbeitsbereich Studierendenforschung durchgeführte primär anwendungsbezogene Forschung deckt folglich ein breites Spektrum von Fragestellungen und Themen ab; als wichtige sind zu nennen: Wege zur Hochschulreife, Übergang von der Schule zur Hochschule, Studienfach- und Hochschulwahl, Studienverhalten, Studienverlauf, Studienerfolg, Mobilitätsverhalten, Faktoren des Studienabbruchs, Akzeptanz und Auswirkungen der Einführung von gestuften Studiengängen, Studienfinanzierung, Studien- und Lebensbedingungen von Studierenden, Internationalisierung von Studium und Hochschulen.

METHODEN UND ERGEBNISSE

Zentrale Grundlage des Arbeitsbereichs Studierendenforschung sind in Dauer und Umfang in Deutschland einmalige Untersuchungsreihen, wie die Studienberechtigtenpanels, die Studienanfängerbefragungen oder die Sozialerhebungen und ihr internationales Pendant "Eurostudent". Diese teilweise als Längschnittuntersuchungen angelegten Stichprobenerhebungen dienen der Langzeitbeobachtung von Entwicklungen im Hochschulbereich. Die einzelnen Befragungen im Rahmen dieser Untersuchungsreihen sind dementsprechend sowohl durch inhaltliche Kontinuität (Bestand von Kerndaten) als durch bildungspolitisch aktuelle Fragestellungen gekennzeichnet. Hinzu kommen zahlreiche Einzel- bzw. periodisch durchgeführte Untersuchungen zu bildungspolitisch bzw. wissenschaftlich bedeutsamen Themen (z. B. zu den Ursachen und Hintergründen des Studienabbruchs oder zu den Studienerfahrungen an einzelnen Hochschulen), die sich u. a. aufgrund von Anfragen und Aufträgen aus Ministerien und/oder Hochschulen sowie zunehmend auch aus erfolgreichen Ausschreibungen ergeben. Ergänzend werden auch Datenbestände der amtlichen Bildungs- und Hochschulstatistik als Datenquelle hinzugezogen und unter speziellen Fragestellungen aufbereitet. Die vom Arbeitsbereich Studierendenforschung ermittelten Befunde bilden so eine wichtige Grundlage für Diskussionen und Planungen in bildungs- und hochschulpolitischen Entscheidungsprozessen. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden in breitem Maße veröffentlicht.

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