Hochschulnachricht
Bologna-Prozess: Europäische Bildungsminister wollen Mobilität verbessern
22.5.2007
Hindernisse für die Mobilität von Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern müssen im Europäischen Hochschulraum weiter abgebaut werden. Zu diesem Schluss kamen die Bildungsministerinnen und -minister auf der fünften Bologna-Folgekonferenz in London am 17. und 18. Mai.
Schavan: Mobilität verbessern – Bachelor flexibler gestalten
Bundesbildungsministerin Annette Schavan zufolge gehöre zu einer Verbesserung der Mobilität, dass es Studierenden durch Finanzierungshilfen erheblich erleichtert werden soll, in anderen Ländern Universitäten zu besuchen. Außerdem sollten zum Beispiel die Lehrpläne während des Bachelorstudiums künftig flexibler gestaltet werden können. Schavan warnte davor, im Bologna-Prozess „zu starren Regelungen“ zu folgen: „Ziel ist die Gestaltung von Vielfalt, nicht Harmonisierung“. In diesem Zusammenhang bedeute mehr Mobilität auch, „dass es Bachelorstudiengänge geben wird, die mit Auslandsaufenthalten dreieinhalb oder vier Jahre dauern“, sagte Schavan. Die Vizepräsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Ute Erdsiek-Rave, sagte: „Bachelorstudiengänge sollten grundsätzlich Mobilitätsfenster enthalten, um die Studierenden zu Auslandsaufenthalten zu ermutigen.“ Schavan und Erdsiek-Rave bekräftigten das Ziel, in Deutschland eine höhere Studienmobilität zu erreichen.
Europaweite Zusammenarbeit nach 2010 gestalten
Die Bildungsministerinnen und -minister haben sich in London auch auf Schwerpunkte für die weitere Zusammenarbeit verständigt. Neben dem Thema Mobilität wollen sich die einzelnen Länder bis zu ihrem nächsten Zusammentreffen im April 2009 unter anderem mit der sozialen Dimension des Bologna-Prozesses befassen. In einem ersten Schritt sollen die statistischen Informationsdienste Eurostudent und Eurostat nun verlässliche Daten sammeln, um Entwicklungen auf diesem Gebiet bestimmen zu können. Ein weiteres Thema auf der Agenda ist die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit von Absolventinnen und Absolventen der neuen Studiengänge.
Vor dem Hintergrund der voranschreitenden Globalisierung war man sich in London auch darüber einig, dass die Zusammenarbeit der Bildungsministerinnen und -minister in jedem Fall auch nach 2010 fortgeführt werden müsse. Bis dahin, so hatten es die Unterzeichner der Bologna-Erklärung 1999 vereinbart, soll der Bologna-Prozess abgeschlossen und ein Europäischer Hochschulraum etabliert sein. Die Bologna Follow-Up Group (BFUG) ist nun beauftragt, auf dem Minister-Treffen 2009 Vorschläge für eine künftige Zusammenarbeit vorzulegen. (ol)
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