Hochschulnachricht

Symbolbild für NachrichtUni-Professoren fordern Reform der Bologna-Reformen

9.9.2008

Der Deutsche Hochschulverband (DHV) fordert, die Bologna-Reformen teilweise rückgängig zu machen. Die Ziele seien nicht erreicht worden, die Reform sei misslungen. Wirtschaftsverbände, Stifterverband und Hochschulrektorenkonferenz (HRK) haben für die Forderungen der Berufsverbandes der Universitätsprofessoren kein Verständnis: Sie forderten, den Bologna-Prozess weiter zu entwickeln statt ihn zu blockieren.

Die Universitätsprofessorinnen und -professoren sind unzufrieden mit den Bologna-Reformen. In einer Stellungnahme vom 4. Spetember bezeichneten sie die Reform als „weitgehend misslungen“. Die anvisierten Ziele seinen „bestenfalls partiell“ erreicht. Es bestünden vielfältige Probleme bei der Umstellung auf die gestufte Studienstruktur, die sich nicht als „Kinderkrankheiten“ abtun ließen, so DHV-Präsident Bernhard Kempen. Der DHV fordert unter anderem, die Umstellung auf Bachelor und Master zu stoppen und den Master zum Regelabschluss zu machen.

HRK-Präsidentin Margret Wintermantel äußerte sich am 5. September aus Boston zu den Forderungen der Professorenschaft. Sie räumte zwar ein, dass der Hochschulverband „wichtige und bekannte Probleme“ benenne, wehrte sich aber gleichzeitig gegen „pauschale Kritik und immer neue Verunsicherung der Studierenden“. Sie forderte eine zukunftsgerichtete Diskussion über die Entwicklung des Reformprozesses. Die Vorschläge des Hochschulverbandes bezeichnete sie als „Rolle rückwärts in die vermeintlich gute alte Zeit“.

Auch die Wirtschaft tritt der Forderung, den Bologna-Prozess weitgehend rückgängig zu machen, massiv entgegen und unterstützt ausdrücklich die weiteren Reformanstrengungen an den Hochschulen. Der Arbeitskreis Hochschule/Wirtschaft von Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und Hochschulrektorenkonferenz (HRK) verurteilte in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Stifterverband am 5. September das „fahrlässige Gerede“ über die angeblich schlechten Arbeitsmarktchancen von Bachelor-Absolventinnen und Absolventen. Dies entspreche in keiner Weise der Realität. Die Forderung, den Master zum Regelabschluss zu machen, gehöre „in die Mottenkiste der Geschichte“. BDA, BDI, HRK und Stifterverband betonten, dass es ein Zurückdrehen der Reformen nicht geben wird. (ol)

Pressemittelung des Deutschen Hochschulverbands
Reformvorschläge des Deutschen Hochschulverbands
Pressemitteilung von BDA, BDI, HRK und Stifterverband