Hochschulnachricht

Symbolbild für NachrichtHRK: Hochschulpakt II benötigt 3 Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr

20.11.2008

Die HRK hat eine aktualisierte Schätzung des Bedarfs für den Hochschulpakt II vorgelegt. Danach sind drei Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr notwendig. Dies erklärte die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, am 19. November in Berlin.

Als Grund nannte Wintermantel die erhöhte Studienanfängerprognose der Kultusministerkonferenz aus September 2008. In diesem Mehrbedarf seien außerdem Gelder für eine Intensivierung der Lehre enthalten, die nach Ansicht der HRK dringend notwendig sei. Auch anteilige Investitionen wie zum Neu- und Umbau von Lehrgebäuden seien berücksichtigt.

Wintermantel bemängelt, dass die Studienanfängerinnen und -anfänger teilweise mit unhaltbaren Studienbedingungen konfrontiert seien. „Mit überfüllten und zum Teil maroden Hörsälen, viel zu großen Seminaren und unzureichender Ausstattung schrecken wir junge Leute ab, statt ihnen attraktive und motivierende Studienbedingungen zu schaffen.“

Wintermantel fordert Bund und Länder deshalb erneut auf, bei den derzeitigen Verhandlungen über den Hochschulpakt II Planungssicherheit zu schaffen. Konkret forderte sie für das nächste Jahrzehnt verlässliche finanzielle Zusagen. Diese seien für den Erfolg der Bologna-Reform unabdingbar: „Ein 'Hochschulpakt 2020' muss seinem Namen gerecht werden.“

Der errechnete finanzielle Mehrbedarf bezieht sich auf das Ist des Jahres 2005. Die Steigerung ergibt sich aufgrund der erhöhten Vorausberechnungen der KMK über die Zahl der Studienanfänger. Daher müsse nach Ansicht der HRK davon ausgegangen werden, dass für den Zeitraum von 2011 bis 2015 insgesamt 275.000 zusätzliche junge Menschen ein Studium aufnehmen.

Die KMK-Zahlen sind die Beratungsgrundlage für die Weiterentwicklung des Hochschulpakts und finden sich auch im Abschlussbericht des Bildungsgipfels. (ol)