Hochschulnachricht

Symbolbild für NachrichtWettbewerb UniGestalten prämiert Ideen für die Hochschule von morgen

11.4.2012

Die Jury hatte die Qual der Wahl: 462 Ideen reichten Studierende, Alumni und Alumnae sowie Angestellte der deutschen Hochschulen im Wettbewerb UniGestalten der Jungen Akademie und des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft ein. Gesucht waren Ideen, die das Leben und Arbeiten an den deutschen Hochschulen voranbringen. Der erste Preis ging an das Projekt „student.stories – Tausend Fragen. Ein Podcast“. Mit dem zweiten Preis wurde „Demokratix “, ein Online-Werkzeug für mehr Transparenz und Mitbestimmung, ausgezeichnet. Den dritten Preis erhielt die Mikrospendenkampagne „Mit einem Euro ein Stipendium ermöglichen“.

Innovativ und originell, realistisch und umsetzbar, universell und übertragbar, verständlich und attraktiv – nach diesen Kriterien wählte die Jury unter Vorsitz des Philosophieprofessors Julian Nida-Rümelin die insgesamt zehn prämierten Ideen aus. Unter den 462 eingereichten Ideen überzeugte die Jurorinnen und Juroren am meisten das Projekt „student.stories“ von Roman Linzenkircher und Johannes Bayer, beide Studenten der Universität Augsburg. Das Projekt, das sich über ein Preisgeld von 5.000 Euro freuen kann, bringt seit letztem Jahr deutsche und internationale Studierende in Kleingruppen zusammen, wo sie gemeinsam mehrsprachige Podcasts über Leben und Studieren in Augsburg produzieren. Die Podcasts stehen allen Interessierten kostenlos im Netz zur Verfügung. Das Projekt unterstützt ausländische Studierende dabei, Kontakte zu ihren deutschen Kommilitoninnen und Kommilitonen zu knüpfen, und bietet zugleich allen, die neu am Studienort Augsburg sind, Informationen, die bei einer ersten Orientierung auf dem Campus und im Studium helfen sollen. Insgesamt 56 Folgen sind bereits entstanden. Die Themen reichen vom Akademischen Auslandsamt der Uni Augsburg über die Augsburger Puppenkiste und Campus-Kunst bis zu Tipps und Tricks für das wissenschaftliche Arbeiten. Der aktuelle Beitrag beschäftigt sich mit der multikulturellen Stadt Augsburg.

Auch der zweite Platz ging an ein Projekt der Universität Augsburg. Mit „Demokratix“ haben Patrick Noack, Jan-Mathis Schnurr und Tom Sporer, zwei Studenten und ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der Uni, ein Online-Tool geschaffen, das mehr Transparenz und Mitbestimmung für die Studierenden ermöglichen soll. Hierfür gab es ein Preisgeld von 3.000 Euro. Demokratix will Studierende aktiv an der Verbesserung von Studium und Lehre beteiligen, indem sie auf Probleme hinweisen, Lösungsvorschläge erarbeiten und bereits eingereichte Lösungen bewerten können. Auf den dritten Platz kam die Mikrospendenkampagne „Mit einem Euro ein Stipendium ermöglichen“ von Nick Wagner, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Dresden arbeitet. Im Rahmen der „Langen Nacht der Wissenschaften“ wurden 1.800 Besucher(innen) überzeugt, jeweils einen Euro zur Finanzierung eines Deutschlandstipendiums zu spenden. Die innovative Idee der Stipendienfinanzierung über Mikrospenden war dem Stifterverband 1.500 Euro wert.

Die Gewinnerideen der Plätze vier bis zehn erhielten jeweils 500 Euro, darunter Konzepte zur Entwicklung einer Hochschul-App, zur Digitalisierung des Bibliotheksbestands, zu neuen Bewerbungs-, Lehr- und Mentoringprogrammen sowie zur Förderung der disziplinenübergreifenden Kommunikation beim Essen in der Mensa. „Die vielen konstruktiven Ideen insbesondere zu den Themen Kommunikation und Medien, Neues Lernen und Lehren sowie Gesundheit und Coaching zeigen, dass die Anforderungen an den Studien- und Arbeitsalltag enorm gestiegen sind, wir in den Hochschulen gleichzeitig aber auch über großes Potenzial verfügen, die laufenden Entwicklungen kreativ zu gestalten“, resümierte Nida-Rümelin.

Die Preisverleihung findet am 30. Juni 2012 auf einer Festveranstaltung der Jungen Akademie in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt. Die 462 eingereichten Ideen werden außerdem thematisch aufbereitet und können von allen Interessierten in einem Ideen-Pool auf der Website des Wettbewerbs eingesehen werden. Die Initiatoren des Wettbewerbs erhoffen sich, dass die Ideen auf fruchtbaren Boden fallen und zur Nachahmung anregen. Die Junge Akademie plant daher auch, die Ergebnisse des Wettbewerbs in einer Publikation zusammenzufassen und Empfehlungen für Entscheider(innen) in Politik und Wissenschaft daraus abzuleiten. (tm)

Quellen: Junge Akademie, Universität Augsburg

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