Hochschulnachricht

Symbolbild für Nachricht200.400 Promovierende im Wintersemester 2010/2011

8.5.2012

Rund 200.400 Promovierende wurden im Wintersemester 2010/2011 von Professorinnen und Professoren an deutschen Hochschulen betreut. Dies teilte das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden mit. Rund 25.600 Promovierende schlossen ihre Qualifikationsarbeit 2010 erfolgreich ab. Die meisten Promovierenden verzeichnete die Fächergruppe Mathematik, Naturwissenschaften.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren von den rund 200.400 Promovierenden im Wintersemester 2010/2011 etwa 104.000 als Promotionsstudierende an einer deutschen Hochschule immatrikuliert. Fast ebenso viele promovierten, ohne an einer Hochschule eingeschrieben zu sein. Die durchschnittliche Betreuungsrelation lag bei sechs Promovierenden je Professor(in). Der überwiegende Anteil der Promovierenden befand sich in einem Beschäftigungsverhältnis. 76 % waren an einer Hochschule, 8 % an einer außeruniversitären Forschungseinrichtung angestellt. Etwa ein Viertel der Promovierenden wurde institutionell gefördert, die meisten von ihnen (39 %) durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), 14 % durch das Wissenschaftsministerium eines Landes und weitere 9 % durch ein Begabtenförderwerk.

Nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes lag der Frauenanteil unter den Promovierenden bei 41 %. In den Fächergruppen Kunst, Kunstwissenschaft (67 %), Sprach- und Kulturwissenschaften (59 %) sowie Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften (59 %) waren die Frauen demnach in der Überzahl.

Die meisten Promovierenden strebten einen Doktortitel in der Fächergruppe Mathematik, Naturwissenschaften an: 58.400 Personen promovierten im Wintersemester 2010/2011 in diesem Bereich. Das sind rund 29 % aller Promovierenden. 44.500 Promovierende (22 %) arbeiteten an einer Dissertation in den Ingenieurwissenschaften, 38.700 (19 %) promovierten in einem Fach der Fächergruppe Sprach- und Kulturwissenschaften. Weitere 35.900 Promovierende (18 %) entfielen auf die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

32 % derjenigen, die im Wintersemester 2010/2011 an ihrer Promotion arbeiteten, hatten diese im Jahr 2010 begonnen. 24 % waren mit ihrer Dissertation im Jahr 2009 gestartet, 19 % im Jahr 2008. In den Jahren 2005 bis 2007 hatten 22 % der Promovierenden ihre Arbeit aufgenommen, für weitere 3 % liegt der Beginn der Promotion vor dem Jahr 2005.

Die Ergebnisse der Publikation „Promovierende in Deutschland“ basieren auf Stichprobenerhebungen des Statistischen Bundesamtes bei Professorinnen und Professoren sowie bei Promovierenden. Insgesamt flossen die Angaben von 40.000 Befragten in die Auswertungen ein. Angesichts der großen Heterogentität der Promovierenden forderte der wissenschaftspolitische Sprecher der sächsischen SPD-Landtagsfraktion, Holger Mann, die Einführung eines einheitlichen Doktorandenstatus, wie sie jüngst auch der Wissenschaftsrat empfohlen hatte. Ein solcher Status helfe nicht nur den Doktorand(inn)en, sondern sei Voraussetzung für eine valide statistische Erfassung, so Mann.

Da die Amtliche Hochschulstatistik bislang die Daten von Promovierenden untererfasst, hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Statistische Bundesamt damit beauftragt, ein Konzept zu entwickeln, um verlässliche Informationen zur Zahl der Promovierenden in Deutschland mit den für die internationale Bildungsberichterstattung erforderlichen Merkmalen zur Verfügung zu stellen. In der zweistufigen Untersuchung befragten die Wiesbadener Statistiker zunächst 20.000 Professor(inn)en mit Promotionsrecht nach der Anzahl der an ihrem Lehrstuhl Promovierenden, deren Promotionsart und Geschlecht. Es folgte eine zweite Erhebung bei 20.000 Doktorand(inn)en, die zu weiteren soziodemografischen Merkmalen sowie dem Promotionsbeginn, der Promotionsart und dem Hochschulabschluss befragt wurden. (tm)

Quelle: Destatis, ZWD

Download der Publikation 'Promovierende in Deutschland'