Hochschulnachricht

Symbolbild für NachrichtLändercheck: Saarland, Bremen, Niedersachsen und Bayern besonders erfolgreich beim Deutschlandstipendium

18.5.2012

Rund 5.300 Studierende konnten im vergangenen Jahr vom neuen Deutschlandstipendium profitieren. Drei Viertel aller staatlichen Hochschulen beteiligten sich an der Förderung. Besonders erfolgreich bei der Stipendienvergabe waren das Saarland, Bremen, Niedersachsen und Bayern. Unterdurchschnittlich schnitten Hamburg, Berlin, Schleswig-Holstein und Brandenburg ab. Auswertungen des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft ergaben, dass die Erfolge bei der Stipendienvergabe weitgehend unabhängig von Art und Region der Hochschule sind.

Vielmehr hänge der Fundraising-Erfolg maßgeblich von der Bereitschaft der Hochschule ab, dieses neue Förderinstrument aktiv zu nutzen und zu bewerben, erläuterte Studienleiter Pascal Hetze vom Stifterverband bei der Vorstellung des neuen Länderchecks. Das Deutschlandstipendium war zum Sommersemester 2011 auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gestartet. Ziel ist es, eine neue Stipendienkultur in Deutschland zu begründen. Gegenwärtig erhalten rund drei Prozent aller Studierenden in Deutschland ein Stipendium. Mit dem Deutschlandstipendium möchte Bundesbildungsministerin Annette Schavan die Zahl der Stipendiat(inn)en deutlich erhöhen. Die Deutschlandstipendiat(inn)en werden mit 300 Euro monatlich gefördert. Die Hälfte der Summe wird von privaten Förderern bereitgestellt, die von den Hochschulen aktiv geworben werden müssen. Die andere Hälfte trägt der Bund.

Im aktuellen „Ländercheck“ untersucht der Stifterverband, wie erfolgreich die Länder bei der Vergabe von Deutschlandstipendien im Jahr 2011 waren. Der Stifterverband betreibt für die Bundesregierung das Servicezentrum Deutschlandstipendium. Langfristiges Ziel ist es, mit dem Deutschlandstipendium acht Prozent aller Studierenden in Deutschland zu fördern. Im Jahr 2011 sollten in einem ersten Schritt 0,45 % aller Studierenden von dem Programm profitieren. Dies entspricht rund 9.400 Studierenden. Tatsächlich wurden nach den Analysen des Stifterverbands ca. 5.300 Studierende gefördert. Drei Viertel aller staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen nahmen am Deutschlandstipendium teil. Die privaten Hochschulen waren insgesamt noch zurückhaltend, verfügen allerdings häufig über eigene Stipendien- und Förderprogramme. Relativ schwach ausgeprägt war die Beteiligung in Hamburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Nordrhein-Westfalen hat jedoch mit dem NRW-Stipendium ein eigenes Programm, das die Blaupause für das Deutschlandstipendium lieferte.

Gut die Hälfte aller teilnehmenden Hochschulen konnte ihr Stipendienkontingent voll ausschöpfen. Insgesamt konnten zwei Drittel aller zur Verfügung stehenden Stipendien in den teilnehmenden Ländern erfolgreich vergeben werden. Als erstes Bundesland gelang es dem Saarland, sein Kontingent zu 100 % zu nutzen. Besonders erfolgreich bei der Stipendienvergabe waren daneben Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Unterdurchschnittlich war die Erfolgsquote in Hamburg, Brandenburg, Berlin, Thüringen und Schleswig-Holstein, wobei Schleswig-Holstein (47,0 %) und Thüringen (45,8 %) relativ nah an der 50-Prozent-Marke lagen, während Hamburg mit einer Erfolgsquote von nur 17,8 % weit abgeschlagen das Schlusslicht bildete. Die Erfolgsquote variierte damit deutlich zwischen 100 % im Saarland und rund 18 % in Hamburg. Elf der 16 Bundesländer erreichten aber eine Quote oberhalb der 50-Prozent-Marke.

Erfolge bei der Stipendienvergabe sind nach der Analyse des Stifterverbands weitgehend unabhängig von Art und Region der Hochschule. Besonders erfolgreich waren allerdings Hochschulen mit einem technischen Schwerpunkt. Ihre Erfolgsquote lag bei 75,3 %. Exzellenzuniversitäten (68,7 %) waren nur etwas erfolgreicher als die Gruppe der Universitäten insgesamt (66,9 %). Auch der Abstand zwischen den Universitäten und den Fachhochschulen (60,8 %) war nicht besonders groß. Die verhältnismäßig hohe Erfolgsquote der Fachhochschulen halten die Autoren des Stifterverbands für bemerkenswert, da die Stipendienkultur dort bislang nicht so ausgeprägt sei wie an den Universitäten. Auffällig sei insbesondere, dass vor allem die Fachhochschulen aus den neuen Ländern viele Stipendien eingeworben hätten. (tm)

Quelle: Stifterverband

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