Hochschulnachricht

Symbolbild für NachrichtBundesstatistik zum Deutschlandstipendium: 5.400 Studierende erhielten Förderung

29.5.2012

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erhielten im Jahr 2011 rund 5.400 Studierende ein Deutschlandstipendium. Etwas weniger als die Hälfte von ihnen waren Frauen (47 %). Die meisten Stipendien gingen an Studierende der Ingenieurwissenschaften. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung sprach vom Beginn einer neuen Stipendienkultur.

Im ersten Jahr seines Bestehens erhielten 5.375 Studierende ein Deutschlandstipendium. Wie das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden mitteilte, waren unter ihnen 2.535 Frauen (47 %). 356 Stipendiat(inn)en (7 %) besaßen eine ausländische Staatsbürgerschaft. Knapp ein Viertel der Geförderten bezog Leistungen nach dem BAföG.

Mit mehr als einem Viertel (27 % bzw. 1.474 Stipendien) gingen die meisten Deutschlandstipendien an Studierende der Ingenieurwissenschaften. Es folgen die Fächergruppen Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit 1.362 bzw. 25 % aller Stipendien und Mathematik/Naturwissenschaften mit 1.244 bzw. 23 % aller Stipendien.

Die Deutschlandstipendien in Höhe von 300 Euro monatlich werden je zur Hälfte durch den Bund und durch private Förderer finanziert. Insgesamt warben die Hochschulen 2011 Fördermittel in Höhe von 3,4 Millionen Euro ein. Diese stammten überwiegend von Kapitalgesellschaften (1,5 Millionen Euro) und sonstigen juristischen Personen des privaten Rechts (1,0 Millionen Euro). 0,4 Millionen Euro erhielten die Hochschulen von juristischen Personen des öffentlichen Rechts, 0,3 Millionen Euro von Privatpersonen und Einzelunternehmen und 0,2 Millionen Euro von Personengesellschaften.

Wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung in einer Pressemitteilung betonte, haben die Förderer 2011 über 50 % der Gelder ohne Zweckbindung vergeben. Das gesetzlich vorgeschriebene Minimum beträgt ein Drittel und ist demnach deutlich übertroffen worden. „Wir stehen am Beginn einer neuen Stipendienkultur“, sagte Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen. „Die Statistik belegt: Das Deutschland-Stipendium kommt gut an.“ Befürchtungen, wonach nur Studierende aus bessergestellten Elternhäusern gefördert und die Natur-, Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften durch die Mittelgeber über Gebühr bevorzugt würden, hätten sich als grundlos erwiesen, so Quennet-Thielen. Auch die vor der Einführung geäußerte Vermutung, nur Hochschulen in wirtschaftsstarken Regionen könnten genügend private Mittel akquirieren, sei widerlegt worden.

Insgesamt nehmen rund drei Viertel aller Hochschulen am Deutschlandstipendium teil. Langfristiges Ziel der Bundesregierung ist es, mit dem Deutschlandstipendium acht Prozent aller Studierenden in Deutschland zu fördern. Im Jahr 2011 sollten in einem ersten Schritt 0,45 % aller Studierenden von dem Programm profitieren. Dies entspricht ca. 9.400 Studierenden. Tatsächlich wurden nun rund 5.400 Studierende gefördert. Unter dem Motto „Viel erreicht, viel vor“ begeht das BMBF am morgigen Mittwoch gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft das einjährige Bestehen des Deutschlandstipendiums. Die Veranstaltung soll den Austausch zwischen Hochschulen, privaten Mittelgebern und Stipendiat(inn)en befördern. Good-Practice-Beispiele sollen ebenso besprochen wie konkrete Handlungsempfehlungen für das Fundraising, die Auswahlverfahren und die ideelle Förderung erarbeitet werden.

Keinen Grund zum Feiern sieht die SPD-Bundestagsfraktion. Die Zahl der vergebenen Stipendien bleibe weit hinter den Erwartungen zurück. Bundesbildungsministerin Schavan gelinge es nicht, das für das Programm eingestellte Geld auszugeben. Die Sozialdemokraten beklagen darüber hinaus die hohen Verwaltungskosten. Ihrer Meinung nach verstärkt das Deutschlandstipendium die soziale Schieflage an den deutschen Hochschulen. Sie fordern daher, die bereitgestellten Mittel in eine Ausweitung des BAföG zu investieren. (tm)

Quellen: Destatis, BMBF

Download der Bundesstatistik zum Deutschlandstipendium