Hochschulnachricht
Nächster Präsident der DFG: Professor Peter Strohschneider
6.7.2012
Der nächste Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) heißt Peter Strohschneider. Der Professor für Germanistische Mediävistik an der LMU München wurde am 4. Juli 2012 von der Mitgliederversammlung in Dortmund in das Spitzenamt der DFG gewählt. Strohschneider tritt sein Amt am 1. Januar 2013 an und folgt auf Professor Matthias Kleiner, der seit 2007 DFG-Präsident ist und turnusmäßig zum Jahresende ausscheidet.
Am Mittwoch wählte die Mitgliederversammlung der DFG den 56-jährigen Professor für zunächst drei Jahre in das Spitzenamt der DFG, Europas größter Organisation für Forschungsförderung. Jährlich verteilt diese Fördergelder in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro an Universitäten, Forschungsinstitute und einzelne Forscher. Zugleich berät die DFG Politik und Behörden.
Der Münchner Spezialist für Literatur des Hochmittelalters war von 2006 bis 2011 bereits Vorsitzender des Wissenschaftsrats. Strohschneider löst den Ingenieurwissenschaftler Matthias Kleiner ab, der das Präsidentenamt seit 2007 innehatte und nach zwei Amtsperioden nicht mehr zur Wahl angetreten war.
Im Interview mit dem Deutschlandfunk forderte Strohschneider, man müsse die Balance zwischen grundfinanzierter und drittmittelfinanzierter Wissenschaft, Forschung und Lehre wieder herstellen: "Die Balance wieder herzustellen heißt: eine tragfähige Basis der Grundfinanzierung insbesondere universitärer Forschung. Im außeruniversitären Forschungsbereich ist das anders: Da wird die Bedeutung einer tragfähigen Grundfinanzierung erstens sozusagen politisch anerkannt und zweitens ist sie de facto gegeben. Im universitären Bereich ist eine tragfähige Grundfinanzierungsbasis wieder herzustellen, weil das die Voraussetzung dafür ist, dass der wettbewerbliche Drittmittelfinanzierungsanteil, für den die Deutsche Forschungsgemeinschaft maßgeblich verantwortlich ist, seine forscherliche Produktivität entfalten kann."
Ein Höhepunkt der DFG-Jahrestagung war die Rede von Bundespräsident Joachim Gauck. Er forderte die Wissenschaftler auf, sich aktiver an politischen und gesellschaftlichen Diskussionen zu beteiligen: "Eine Bildungsrepublik, das heißt doch, dass wir alle uns stärker engagieren müssen. Dass Wissen und Wissenschaft und Forschung in alle Bereiche der Gesellschaft stärker eindringen muss." Bei komplizierten Themen biete die Wissenschaft die unerlässliche Einordnung und versachliche Visionen mit der nötigen Skepsis. Um über den eigenen Bereich hinaus verstanden zu werden, brauche die Gesellschaft aber auch Forscher, die den Mut haben, Position zu beziehen, und ihre Erkenntnisse für die Gesellschaft übersetzen und verständlich machen.
Quellen: DFG, Süddeutsche Zeitung, Deutschlandfunk
