Hochschulnachricht

Symbolbild für NachrichtKeine Benachteiligung mehr: Geisteswissenschaften gewinnen bei Exzellenzförderung hinzu

13.7.2012

Die Geisteswissenschaften galten bei der Exzellenzinitiative von vorneherein als benachteiligt. Während Ingenieurwissenschaftler, Naturwissenschaftler und Mediziner noch mehr Geld für ihre Forschung erhielten, würden Philosophen, Geschichtswissenschaftler und Soziologen benachteiligt, so die Kritiker der Exzellenzförderung. Das gilt so für die zweite Runde der Exzellenzinitiative, in der weitere 2,4 Milliarden Euro Forschungsmittel verteilt wurden, nicht mehr.

Die Ergebnisse des Exzellenzwettbewerbs 2006 gaben den Kritikern recht: Von 18 Graduiertenschulen kamen in der ersten Förderungs-Runde gerade einmal vier aus den Geistes- und Sozialwissenschaften. Doch in der zweiten Runde haben die Geisteswissenschaften bei den Graduiertenschulen mit 36 % der geförderten Einrichtungen (16 Graduiertenschulen) Medizin, Biologie und verwandte Fächer der Lebenswissenschaften mittlerweile überholt und stehen auf Platz eins der Forschungsbereiche, so die neuesten Zahlen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Matthias Kleiner, Präsident der DFG, sieht eine Benachteiligung der Geistes- und Sozialwissenschaften im Exzellenzwettbewerb als nicht mehr gegeben: „Sie haben sich, trotz mancher Unkenrufe über angebliche Benachteiligungen oder inadäquate Förderformen, sogar noch verbessert“, so Kleiner. Zwar haben die Geisteswissenschaftler bei den Exzellenzclustern nur sechs von 43 Clustern eingeworben, was allerdings damit zu erklären ist, dass ihre Vorhaben nicht so für forscherübergreifende Programme geeignet sind wie etwa die der Naturwissenschaften. Summa summarum betrachtet, stellte die Fächergruppe mit 16 Graduiertenschulen und sechs Exzellenzclustern „insgesamt das zweitgrößte Kontingent, noch vor den Natur- und Ingenieurwissenschaften“, so Matthias Kleiner. Dieses Ergebnis spiegelt die Verteilung bei den Professuren wider: Auf die Geistes- und Sozialwissenschaftler entfallen fast die Hälfte der Professuren in Deutschland.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, Tagesspiegel