Hochschulnachricht
Jeder zehnte Absolvent hat einen ausländischen Pass
18.9.2012
Jeder zehnte Absolvent bzw. jede zehnte Absolventin einer deutschen Hochschule hatte im vergangenen Jahr einen ausländischen Pass. Dies ist eine Steigerung von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt gestern in Wiesbaden mitteilte. Die größte Gruppe unter den ausländischen Absolvent(inn)en stellten diejenigen mit chinesischer Staatsbürgerschaft, gefolgt von ihren Kommiliton(inn)en mit türkischem und russischem Pass.
392.200 Frauen und Männer haben im Prüfungsjahr 2011 (Wintersemester 2010/2011 und Sommersemester 2011) ihr Studium an einer deutschen Hochschule erfolgreich abgeschlossen. Fast zehn Prozent von ihnen (38.300) hatten eine ausländische Staatsbürgerschaft. Dies waren rund acht Prozent bzw. 2.900 ausländische Absolvent(inn)en mehr als im Jahr zuvor, wie aus der aktuellen amtlichen Prüfungsstatistik hervorgeht. Bei vier Fünfteln von ihnen handelte es sich um sogenannte Bildungsausländer(innen), also um Absolvent(inne)en mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben haben und zum Studium nach Deutschland gekommen sind. Ein Fünftel hat seine Studienberechtigung bereits in Deutschland erworben und ist damit zu den sogenannten Bildungsinländer(inne)n zu zählen.
Unter den ausländischen Hochschulabsolvent(inn)en waren besonders viele mit einer chinesischen Staatsangehörigkeit (4.900 Absolvent(inn)en bzw. 13 %). Die meisten der chinesischen Absolvent(inn)en sind Bildungsausländer. Nur rund 300 haben ihre Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland erworben. Etwa sieben Prozent der ausländischen Absolvent(inn)en haben einen türkischen Pass. Hierbei handelt es sich in erster Linie um Bildungsinländer(innen): Von 2.800 Absolvent(inn)en türkischer Herkunft haben 1.800 ihre Studienberechtigung in Deutschland erworben. Fünf Prozent der ausländischen Absolvent(inn)en sind russische Staatsbürger. Unter ihnen sind wiederum die meisten zu den Bildungsausländer(innen) zu zählen.
28 % der ausländischen Absolvent(inn)en erwarben einen Bachelorabschluss. Es folgen die traditionellen universitären Abschlüsse Diplom und Magister mit 26 %. 25 % absolvierten erfolgreich ein Masterstudium. 11 % promovierten sich. Nur zwei Prozent schlossen eine Lehramtsprüfung ab (inklusive Lehramtsbachelor und -master). (tm)
Quellen: Destatis, Spiegel online
Download Destatis Fachserie 11, Reihe 4.2, Prüfungen an Hochschulen
