Hochschulnachricht

Symbolbild für NachrichtGemeinsam für wissenschaftlichen Fortschritt und Innovation: Gewinner der Förderinitiative „Forschungscampus“ stehen fest

2.10.2012

Eine neue Förderinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) prämiert Zusammenschlüsse von Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen, die gemeinsam über einen längeren Zeitraum ein anspruchsvolles Forschungsthema bearbeiten. Unter den mehr als 90 Bewerbungen waren zehn Anträge erfolgreich. Sie erhalten maximal 15 Jahre lang Fördermittel von bis zu zwei Millionen Euro pro Jahr.

Am Anfang der Förderinitiative „Forschungscampus – öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen“ stand die Diagnose eines Defizits im deutschen Innovationssystem: Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und die Entwicklungsabteilungen großer Unternehmen forschen in Deutschland ziemlich unverbunden nebeneinander her. Was fehlt, sind verbindliche Strukturen einer Kooperation auf Augenhöhe. Genau diese sollen mit der neuen BMBF-Initiative, die Teil der Hightech-Strategie der Bundesregierung ist, nun angestoßen werden.

„Mit dem Forschungscampus haben wir einen ganz neuen Typ von Kooperationszentren geschaffen, der die Kompetenzen und Aktivitäten von Wissenschaft und Wirtschaft langfristig zusammenführt“, betonte Bundesforschungsministerin Annette Schavan bei der Vorstellung der zehn Gewinner-Modelle vergangene Woche in Berlin. Sie freute sich über die große Resonanz und die Beteiligung zahlreicher kleiner und mittlerer Unternehmen.

Nach Angaben von Schavan bietet der Forschungscampus beiden Seiten Vorteile: Die Wirtschaft profitiere bei der Lösung komplexer und risikoreicher Probleme von der wissenschaftlichen Expertise und der Infrastruktur der Forschungseinrichtungen und Hochschulen; die Wissenschaft könne das Know-how und die Kapazitäten in den Unternehmen für sich nutzen und werde durch die finanziellen Eigenbeiträge der Wirtschaft gestärkt.

Die zehn ausgewählten Kooperationszentren in Aachen, Berlin, Magdeburg, Mannheim, Stuttgart und Wolfsburg werden in den nächsten Jahren zu Themen aus den Bereichen Gesundheit, Klima, Energieversorgung, Mobilität, Produktion und Kommunikation arbeiten. Hierfür erhalten sie bis zu zwei Millionen Euro jährlich; hinzu kommen Eigenbeiträge der Kooperationspartner. Schavan betonte, dass es sich um Kooperationen auf Augenhöhe handele. Die Partner seien gehalten, vorab zu vereinbaren, an welchen Themen sie wie arbeiten wollten. Insbesondere solle vorab auch die Frage der Verwertung der Ergebnisse verbindlich geregelt werden.

Die beiden Vorsitzenden der Auswahlkommission, Henning Kagermann, Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften e. V. (acatech), und Ernst Rietschel, ehemaliger Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, zeigten sich beeindruckt von der Güte der Bewerbungen. Die nun ausgewählten Kooperationszentren hätten Modellcharakter auf europäischer Ebene. Sie ermutigten auch die nicht zum Zuge gekommenen Bewerber, an ihren geplanten Vorhaben festzuhalten. (tm)

Quellen: BMBF, dradio

Weitere Informationen zur Förderinitiative Forschungscampus