Hochschulnachricht
Vier Stiftungen wollen gemeinsam die Lehre verbessern
4.10.2012
Zahlreiche Förderinitiativen, Auszeichnungen und Projekte haben in den vergangenen Jahren dazu beigetragen, mehr Aufmerksamkeit für die Qualität der Lehre an den deutschen Hochschulen zu erzeugen. Als exzellente(r) Wissenschaftler(in) gilt jedoch vorrangig der herausragende Forscher bzw. die herausragende Forscherin; wie es um seine/ihre Lehrkompetenz bestellt ist, ist zumeist zweitrangig. Vier Stiftungen haben sich nun zusammengetan, um die Lehre durch Austausch, Kommunikation und Transfer zu verbessern. Entstanden ist das Projekt „Lehre hoch n“. Bewerbungen für eines der insgesamt fünf Teilprogramme sind noch bis Ende des Monats möglich.
„Die Idee war, alle Akteure für die Entwicklung der Lehre an einen Tisch und in Kommunikation zueinander zu bringen“, erläutert Antje Mansbrügge, die das Projekt im Auftrag der vier Stiftungen leitet. 700.000 Euro stellen der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, die Joachim Herz Stiftung, die NORDMETALL-Stiftung und die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. in den kommenden beiden Jahren zur Verbesserung der Lehre zur Verfügung. „Lehre hoch n“ will Beispiele für gute Lehre sammeln und ihren Transfer an andere Hochschulen befördern, den Erfahrungsaustausch unter allen an der Lehre beteiligten Akteuren begleiten und die Weiterentwicklung der Lehre vorantreiben. „Das Bündnis finanziert und organisiert erstmals eine nationale Plattform für den Transfer guter Lehrpraxis und die Entwicklung innovativer Lehrformen an den Hochschulen“, betont der stellvertretende Generalsekretär des Stifterverbandes, Volker Meyer-Guckel.
Hierfür wurden fünf Einzelprogramme konzipiert, die zunächst auf fünf Jahre ausgelegt sind. Aktuell ausgeschrieben ist unter dem Motto „Wer macht Mathe besser“ das „Lehre hoch n Kolleg“. Im Fokus steht die Studieneingangsphase in den MINT-Fächern, genauer: die Einführungsveranstaltungen in die Mathematik, an denen viele angehende Physiker(innen), Elektrotechniker(innen) und Informatiker(innen) scheitern. Gesucht werden gelungene Studienreformprojekte und neue Lehrmethoden, die helfen, den hohen Studienabbruch in den MINT-Fachrichtungen zu senken. Bewerbungen für das Kolleg können noch bis zum 31.10.2012 eingereicht werden.
Ein zweiter Baustein ist das „Lehre hoch n Jahresprogramm für Führungskräfte“, das Rektor(inn)en, Dekaninnen und Dekane sowie Lehrende zusammenbringt, damit sie gemeinsam Ansätze zur systematischen Stärkung der Lehre an den Hochschulen entwickeln. Einer der Teilnehmer ist der Prorektor für Studium und Lehre an der Universität Duisburg-Essen, Franz Bosbach. Im Deutschlandradio verweist er auf die Bedeutung des Programms: „Es ist zum ersten Mal möglich, dass man eine Vernetzung der Verantwortlichen im Bereich von Studium und Lehre tatsächlich herstellen kann und auf diese Weise einen Erfahrungsaustausch in Gang setzen kann, der bisher so nicht gegeben war.“ Zwei Instrumente sollen an der Uni Duisburg-Essen die Lehre ins rechte Licht rücken: Zum einen ist laut Bosbach die Lehrleistung Teil der Zielvereinbarungen, die die Professor(inn)en mit dem Rektorat abschließen. Zum anderen würdigt die Hochschule gute Lehre mit einem eigenen Preis.
Die „Lehre hoch n Sommerakademien“ bereiten neu berufene Professor(inn)en auf ihre Aufgaben in der Lehre vor. Um den internationalen Austausch zu fördern, gibt es darüber hinaus die „Lehre hoch n Lecturers“. Diese internationalen Lehrexpert(inn)en sollen innovative Lehrkonzepte aus dem Ausland nach Deutschland bringen. Das „Lehre hoch n Netzwerk“ soll unter allen Teilnehmenden den dauerhaften Austausch und kontinuierlichen Wissenstransfer sicherstellen. (tm)
Quellen: Stifterverband, dradio, duz
