Hochschulnachricht

Symbolbild für Nachricht„Erfolgsmodell Master“: Neue HRK-Broschüre präsentiert beispielgebende Masterstudiengänge

26.10.2012

Die Vielfalt des Masterangebots an deutschen Hochschulen stellt eine neue Broschüre des Projekts nexus der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) vor. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf weiterbildenden und berufsbegleitenden Studienangeboten. Auf 90 Seiten werden Studiengänge porträtiert, die aus Sicht der HRK besonders gelungen sind – sei es durch eine enge Ausrichtung an den Bedürfnissen der Studierenden, durch intensive Kooperationen mit Hochschulen und Unternehmen oder durch hohe Interdisziplinarität. Einer zunehmend heterogenen Studierendenschaft den Zugang zu einem Hochschulstudium zu ermöglichen, sei eine der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben für die Hochschulen, sagt nexus-Projektleiter Zervakis.

Mit der Broschüre will die HRK auch mit einem Vorurteil aufräumen, welches da lautet: Ein Masterstudium ist das, was nach dem Bachelor-Abschluss noch bis zum früheren Diplom oder Magister fehlt. Diese Vorstellung gehe deutlich an der Realität vorbei, so Zervakis. An den deutschen Hochschulen sei ein vielfältiges Masterangebot entstanden, das eine echte Bereicherung für die Studienlandschaft darstelle.

Von den 6.400 Masterprogrammen, die im Sommersemester an den deutschen Hochschulen angeboten wurden, waren 12 % weiterbildend und damit explizit an Berufserfahrene gerichtet. HRK-Präsident Horst Hippler bezeichnete die wissenschaftliche Weiterbildung bei der Vorstellung der Broschüre als eine der „wichtigsten Zukunftsaufgaben der deutschen Hochschulen“. Die Broschüre stellt Beispiele guter Praxis vor. Porträtiert werden Masterstudiengänge, die sich besonders eng an den Bedürfnissen der Studierenden orientieren, die intensive Kooperation mit in- und ausländischen Hochschulen und Unternehmen pflegen oder sich durch eine hohe Interdisziplinarität auszeichnen. Beispielhaft wird daneben aufgezeigt, wie Hochschulen Masterprogramme in ihre Gesamtkonzeption von Weiterbildung integrieren. Wie HRK-Vizepräsident Joachim Metzner betont, hätten insbesondere die Fachhochschulen die wissenschaftliche Weiterbildung als strategisches Feld erkannt.

HRK-Präsident Hippler wies jedoch auch darauf hin, dass für einen flächendeckenden und nachhaltigen Aufbau des Weiterbildungsangebots die für die Infrastruktur benötigten Mittel bereitgestellt werden müssten. Hier sieht er die Länder in der Pflicht. „Wissenschaftliche Weiterbildung benötigt eine Anschub- und Basisfinanzierung“, so Hippler.

Für einen deutlichen Ausbau des weiterbildenden und berufsbegleitenden Studienangebots plädieren auch die Personalvorstände führender deutscher Unternehmen in ihrer „Bologna@Germany 2012“-Erklärung: „Das Angebot an weiterbildenden insbesondere berufsbegleitenden Studiengängen muss endlich deutlich ausgebaut werden“, heißt es in der Erklärung im Wortlaut. Die Forderung nach mehr weiterbildenden und berufsbegleitend studierbaren Programmen ist gleich das erste von sechs Themenfeldern, auf denen nach Ansicht der Unterzeichner der Erklärung in den nächsten Jahren deutliche Verbesserungen erzielt werden müssten, um das Potenzial der Bologna-Reform bestmöglich zu nutzen. (tm)

Quellen: HRK, Stifterverband

Download der HRK-Broschüre 'Erfolgsmodell Master'

Zur 'Bologna@Germany 2012'-Erklärung