Hochschulnachricht
Europäische Dachverbände starten Mobilitäts-Kampagne Let's go!
25.6.2008
Entgegen des Bologna-Ziels stellen Bildungsgewerkschaften und Studierendenvertreter einen Rückgang der Mobilität von Studierenden fest. Zur Förderung der internationalen Mobilität von Studierenden und Hochschulbeschäftigten starteten europäische Dachverbände unter dem Motto Let's go! eine gemeinsame Kampagne.
Immer noch bleiben viele Studierende und Lehrende lieber zu Hause, weil zu viele Barrieren die Mobilität im europäischen Hochschulraum behindern, kritisierte Bruno Carapinha, Vertreter der European Students' Union (ESU), am 12. Juni in Berlin. Studierende und Beschäftigte haben ein Recht auf Mobilität. Niemand darf dafür bestraft werden, im Ausland studieren, forschen oder lehren zu wollen, erklärte Monique Fouilhoux, Sprecherin des europäischen Netzwerks der Bildungsinternationalen (BI).
Fouilhoux und Carapinha stellten in Berlin gemeinsam mit Andreas Keller von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Martin Menacher vom freien zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) die Mobilitätskampagne und eine Petition von BI und ESU vor.
Auch Deutschland hat hier noch Nachholbedarf, erklärte Keller. Wissenschaftliche Mitarbeiter oder Professorinnen, die im Ausland forschen und lehren, verlieren unter Umständen ihre Altersversorgungsansprüche, kritisierte das GEW-Vorstandsmitglied. Auch würden von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erbrachte Beschäftigungszeiten von Arbeitgebern in Deutschland häufig nicht anerkannt, was zu Gehaltseinbußen für viele bedeute.
Derzeit stellen wir einen Rückgang studentischer Mobilität fest, sagte fzs-Vorstandsmitglied Menacher. Gerade die Förderung der sozialen Dimension müsse in Zukunft einen zentralen Stellenwert einnehmen. Studentische Mobilität hänge immer noch sehr stark von der sozialen Klasse der Studierenden ab. Keller und Menacher riefen alle Hochschulangehörigen auf, die Petition Für Mobilität von Hochschulbeschäftigten zu unterzeichnen. Ein erklärtes Ziel des Bologna-Prozesses zur Angleichung des europäischen Hochschulraumes ist eine größere Mobilität von wissenschaftlichem Hochschulpersonal und Studierenden.
Quelle: dpa
