8. Jahrgang - Nr. 2 / Juli 2001

Mit einer Karte durch's Studium - MUCK an der Universität Würzburg

Die erfolgreiche Produktivsetzung der Rückmeldung von Studierenden setzt für die Universität Würzburg einen vorläufigen Höhepunkt in den Bemühungen, universitäre Vorgänge über Selbstbedienungsfunktionen (SB-Funktionen) abzubilden.

Am 9. Januar 2001 konnte sich die Presse im Beisein von Kanzler Bruno Forster bei einem offiziellen Termin davon überzeugen, dass die Rückmeldung durch die Studenten in Eigenregie funktioniert. Bereits seit längerem können die Benutzer Adressänderungen durchführen und diverse Bescheinigungen selber drucken.

Vor der Rückmeldung erfolgt die Bezahlung des Semesterbeitrages mit Hilfe der an der Universität weit verbreiteten Mifare-Karte des Studentenwerks Würzburg. Die Abwicklung der Zahlungsströme geschieht in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk.

In den nächsten Monaten werden weitere SB-Funktionen angeboten, die mit der MUCK-Karte durchgeführt werden können. So zum Beispiel in einem ersten Schritt die Noteneingabe durch Bedienstete, später die Noteneinsicht durch Studenten sowie die Prüfungsanmeldung. Im laufenden Jahr sollen die SB-Funktionen vor allem flächendeckender eingeführt und SB-Stationen in entfernteren Campus-Bereichen aufgestellt werden.

Ein hoher Integrationsgrad zwischen den einzelnen technischen Abläufen, die auf vorhandenen Lösungen und einer breiten Palette von Standardsoftware aufgebaut wurden, war besonders wichtig, um der Universität einen maximalen organisatorischen Gewinn zu verschaffen.

Besonders wurde darauf geachtet, die eingesetzte Chip-Karte nicht allein als Medium für die Authentifikation gegenüber dem SB-System anzubieten. Auch Vorgänge wie Zutritt zu CIP-Pools und Tiefgaragen, Abbuchen des Semesterbeitrags, Bezahlen in Mensa und Rechenzentrum wie auch die Kopier- und Druckerkostenabrechnung wurden als Funktion in die Karte integriert, um dem Projekt-Motto: "Mit einer Karte durch's Studium" zu genügen.

Bei der Einführung ähnlicher Projekte an anderen Hochschulen sollte darauf geachtet werden, dass für die Betreuung des Systems und seiner Funktionalitäten personeller Aufwand eingeplant wird. Mit jeder zusätzlich angeschlossenen Komponente geht eine nicht unbeträchtliche Pflege und Wartung einher. Auch müssen die spezifischen Umstände der jeweiligen Hochschule bedacht werden (z.B. die Lage: Campus-Uni oder über die Stadt verstreute Gebäude, eigene Verwaltungsnetze oder frei zugänglicher Netzbereich, etc.), weil sich daraus Vereinfachungen im Aufbau des SB-Systems oder Steigerungen der Komplexität ergeben können.

Das MUCK-Projekt an sich ist abgeschlossen. Die Zahl der möglichen Anwendungsszenarien, in die Erkenntnisse aus dem Projekt einfließen, wächst allerdings noch immer. Somit wird sich der Funktionsumfang auch in Zukunft noch erweitern. Zur Erhöhung der Akzeptanz des Systems und des Verbreitungsgrades der Karte gilt es weiterhin, die technische Entwicklung zu beobachten.

 

Student bei der Rückmeldung mit Karte

Karte einschieben und rückmelden. Uni-Kanzler Bruno Forster und VWL-Student Dirk Schmitt demonstrieren die Funktionsweise des MUCK-Terminals an der Universität Würzburg.
Foto: Buettner

Nähere Auskünfte

Michael Tscherner (Universität Würzburg
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