Das Internet als Herausforderung für die Hochschulverwaltungen und HIS-Internet-Strategie
Ausgangsszenario
Nicht etwa das schnelle Wachstum der Computerleistungen, sondern die geradezu explosionsartige Steigerung der Übertragungsraten in Computernetzen sowie deren weltweite Verfügbarkeitsdichte ist die herausragendste technologische DV-Entwicklung der letzten Jahre, die (auch) die zukünftige Hochschulverwaltungsdatenverarbeitung in neue Dimensionen überführt:
Das Internet als (virtuelles) Portal schafft Eintritt/Zugang zu weltweiten Info-Angeboten, ermöglicht Interaktionen zwischen Institutionen/Personen, hält Hilfen durch Maildienste und Info-Foren bereit, schafft Unabhängigkeit von Öffnungszeiten und Sprechstunden (anytime and anywhere) und wird in (nächster?) Zukunft durch die Eigenschaft "mobil" ergänzt.
Es kann als ein "Glücksfall" für die Hochschulverwaltungen beurteilt werden, dass die Chancen und Möglichkeiten, die das Internet für die Gestaltung von Hochschulverwaltungsprozessen bietet und bieten wird, eine zeitliche Koinzidenz aufweisen mit einem neuen Verwaltungsdenken und Verwaltungsverständnis bei den Hochschulverantwortlichen:
Wettbewerb, Leistungsorientierung, Internationalisierung der Leistungsangebote sowie der "Kunden", neue Angebotsformen (Stichwort: virtuelle Hochschulen - auch in Kooperation zwischen Institutionen) skizzieren hochschulpolitische Veränderungen, die auch eine kritische Reflexion des Verwaltungshandelns auslösen: Vorschriften und Prozesse werden in Frage gestellt, die Orientierung an Autoritäten und Regelungen weicht auf, die Erwartungen/Anforderungen an die Hochschulverwaltungen steigen aktuell nicht nur stetig, sondern exponentiell.
Der "Verwaltungskunde" (Student plus Wissenschaftler!) und dessen Erwartungen / Anforderungen gewinnen völlig neue (andere) Bedeutung, die das Selbstverständnis der Verwaltung in ihrer Servicerolle neu bestimmen.
In vielen Hochschulen sind in letzter Zeit erfolgreiche Initiativen feststellbar, die die Verwaltung offensiv als kundenorientierte Dienstleistungsaufgabe interpretieren ("Kundenorientierung statt Vorschriftenzentrierung").
Verwaltungskunden bzw. -betroffene werden zunehmend nicht mehr nur als "Verwaltungsobjekte", sondern als handelnde Akteure begriffen; die Verwaltung legt insoweit ein Image lediglich vollziehender Administration ab und entwickelt sich weiter zur kundenorientierten Partnerschaft.
Die o. g. zeitliche Koinzidenz ("Glücksfall") von technischem und rollenbezogenem veränderten Ausgangsszenario gilt es hinsichtlich der zu implementierenden Verfahren, Prozesse und nicht zuletzt der Softwarebasierung zu optimieren. An letzterem Fixpunkt ist das Leistungsangebot von HIS verortet; im Folgenden wird die "HIS-Internetstrategie" erläutert.
"HIS-Internetstrategie"
Ähnlich wie für das kommerzielle Umfeld in Wirtschaft, Industrie und Handel ist auch für die Hochschulen, und vor allem für deren Verwaltungen, das Internet mit dem HTTP-Protokoll, HTML und deren späterer Erweiterung das entscheidende Gestaltungsmedium der Verwaltungssoftware: Es ist eine kontinuierliche und umfassende Transformation der Verwaltungssoftware unabdingbar in eine neue technische Generation. Diese muss zum Ziel haben, potenziell sämtliche Verwaltungsfunktionen ausnahmslos "internetfähig" zu machen, d. h. jede Funktionalität von Verwaltungssoftware für jeden Internetteilnehmer benutzbar zu machen (dass dabei Sicherheits-, Datenschutz und Benutzerrechtefragen eine dominierende Bedeutung haben, ist evident, s. o.).
Die arbeitsprogrammatische Kernaussage, die sich für die HIS-Softwareproduktion aus der obigen Skizzierung ergibt, muss konsequenterweise lauten:
HIS wird sukzessive sämtliche Module seines integrierten Hochschul-Informations-Systems uneingeschränkt internetkompatibel programmieren und so auslegen, dass die einzelne Hochschule eigenverantwortlich entscheiden kann, welche Funktionalitäten des Gesamtpakets vollständig oder in Teilen tatsächlich für eine internetoffene Nutzung im Echtbetrieb implementiert werden sollen.
Den Grundstein für diesen Paradigmenwechsel im Softwaregesamtkonzept hat HIS bereits in den letzten zwei Jahren gelegt:
Für die "klassischen" HIS-Softwarebereiche, nämlich Studenten-, Prüfungs- und Zulassungsverwaltung sowie Finanz- und Sachmittelverwaltung, wurden echteinsatzreife Internetmodule entwickelt, die als Zusatzfunktionen (Add-On) die bestehenden Verwaltungsanwendungen für Nutzer/Kunden/Dritte öffnen und spezielle Verwaltungsaufgaben durch Dritte "ausführen" lassen können.
Die vorgenannten Internet-Module hat HIS mit Bedacht mit der Produktbezeichnung "HISQIS" versehen. HISQIS steht für "Qualitätssteigerung in der Hochschulverwaltung im Internet durch Selbstbedienung" und soll die neue Qualität der Konzeptionierung von Hochschulverwaltungsaufgaben etikettieren. Als Programmiersprache für die internetfähigen Funktionalitäten setzt HIS Java ein.
Die HISQIS-Module in den Verwaltungsanwendungen wie HISSOS, HISPOS, HISFSV
und HISSVA stellen für die "Kunden", insbesondere die Studierenden
und die Lehrpersonen, ebenso für das Verwaltungspersonal, das virtuelle
Portal der Hochschule dar, das weitergehend durch Verknüpfung (Links)
mit speziellen ergänzenden Informationsangeboten und anderen Internet-Diensten
(E-Mail) völlig neue Qualitäten des Verwaltungs- und Informationsmanagements
eröffnet.
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