Erfahrungsaustausch mit schwedischer Umweltexpertin
Arbeits- und Umweltschutz in den Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland stärker unter einem europäischen Blickwinkel betrachten zu müssen, war ein zentrales Ergebnis des Brüssel-Besuchs der Bonner Runde im letzten Jahr (s. HIS-MBL 4/2000).
In diesen Kontext ordnet sich auch ein Erfahrungsaustausch zum "Umweltmanagement in Hochschulen" ein, den HIS Ende letzten Jahres für Frau Kristina von Oelreich, Mälardalen University, (Schweden) mit Vertretern der Universitäten Lüneburg, Dortmund, Bielefeld, Essen, Osnabrück, Zittau sowie mit CRE COPERNICUS organisiert hat.
Die Mälardalen University hat im April 1999 als erste Hochschule weltweit ihr Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 zertifizieren lassen. Frau von Oelreich ist dort als Wissenschaftlerin und als Umweltkoordinatorin beim Präsidenten der Hochschule tätig.
Ziel des Erfahrungsaustausches war es, die Rahmenbedingungen für die Errichtung von Umweltmanagementsystemen zu diskutieren sowie Möglichkeiten einer verstärkten europäischen Kooperation zu erörtern.
In den Gesprächen wurde deutlich, dass in Schweden Umweltmanagementsysteme und Umweltberichterstattung in den Hochschulen auf der Basis behördlicher Vorgaben im Sinne einer "freiwilligen Verpflichtung" erfolgen. Das zuständige Wissenschaftsministerium unterstützt diese Aktivitäten durch Netzwerke und Fortbildungsveranstaltungen. Als wichtiges Element bei der Einführung des Umweltmanagements an der Mälardalen University kann die vollständige Integration in das Hochschulmanagement gesehen werden. Hierdurch sind Umweltschutzaufgaben für jedes Hochschulmitglied zum selbstverständlichen Bestandteil seines Handelns geworden. Forschung und Lehre werden dabei nicht ausgeklammert. Die Wissenschaftler sind verpflichtet, über die Einbeziehung von Themen zum Umweltschutz bzw. zur Nachhaltigkeit (AGENDA 21) nachzudenken und ein Nicht-Berücksichtigen-Können zu begründen.
Frau von Oelreich sieht die Erweiterung auf ein Nachhaltigkeitsmanagement als besondere Chance für die Hochschulen, da die über den Umweltaspekt hinaus einfließenden sozialen und ökonomischen Zielsetzungen das Interesse eines erweiterten Kreisen von Hochschullehrern ansprechen würden.
Der Erfahrungsaustausch wurde von allen Beteiligten als sehr positiv gewürdigt und der Wunsch an HIS gerichtet, solche Angebote zukünftig verstärkt zu organisieren. HIS wird diesen Wunsch gerne aufnehmen, kann dies jedoch nur bei gleichzeitiger tatkräftiger organisatorischer und finanzieller Unterstützung durch die Hochschulen tun. Von daher sei an dieser Stelle den Mitorganisatoren Herrn Prof. Michelsen (Universität Lüneburg), Herrn Dr. Lissel (Universität Bielefeld) und Herrn Dr. Winkelmann (CRE COPERNICUS) für ihre Mithilfe gedankt.
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