Jahrestreffen "Arbeits- und Umweltschutz" der Wissenschaftsministerien

Zum siebten Mal trafen sich am 21. Mai d. J. bei HIS in Hannover die für den Arbeits- und Umweltschutz in den Wissenschaftsministerien zuständigen Referenten/innen zu ihrem traditionellen Jahrestreffen. Ziel dieser Zusammenkünfte ist es, neben Berichten über Aktivitäten der Länder und von HIS unter der Prämisse "Regulierungsprävention" eine Bilanz zu den abgeschlossenen bzw. geplanten Gesetzes- und Verordnungsvorhaben im Arbeits- und Umweltschutz zu ziehen. Folgende Themenbereiche wurden ausführlich diskutiert:

Bonner Runde
Auf den Jahrestreffen hat es Tradition, über die laufenden Aktivitäten der Bonner Runde zu diskutieren und diese zu bewerten.
Während die Anbindung der Vertreter aus den Ministerien durch eine unmittelbare Legitimation durch den Hochschulausschuss der KMK gelöst ist, ist für die Hochschulvertreter diese Anbindung eher unbefriedigend: Zum einen sind die Aktivitäten der Hochschulkanzler in der Bonner Runde kaum noch präsent, zum anderen ist dem schriftlichen Wunsch der Hochschulvertreter an die HRK, von ihr eine Legitimation zu erhalten, bisher nicht entsprochen worden.
In der Bonner Runde ist beabsichtigt, zur Länderarbeitsgemeinschaft Sicherheit (LASI) einen verbesserten Arbeitskontakt herzustellen. (Die LASI hat bei der Vereinheitlichung von Vorschriften zur Umsetzung in den Ländern große Bedeutung.) Die Referenten halten dieses auch für wichtig, wollen jedoch die praktische Kontaktaufnahme und ggf. erforderliche Aktivitäten der Wissenschaftsseite von den aktuellen, konkreten Arbeitsinhalten der LASI abhängig machen.

Rechtsvorschriften
Der Entwurf der novellierten Gefahrstoffverordnung wurde inzwischen vom BMWA veröffentlicht. Dieser unterscheidet sich von den bisher vorgestellten Überlegungen, da er nur noch eine Umsetzung von EU-Richtlinien beansprucht. Mit der Novelle wächst der Wissenschaftsseite die Aufgabe zu, sich verfahrensmäßig an Anhörung und Stellungnahmeverfahren zu beteiligen. Hierzu wurde folgendes Verfahren beschlossen: Die Wissenschaftsseite wird wie vom BMWA gefordert, bis zum 30. Juni eine schriftliche Stellungnahme abgeben und am 7. Juli an der mündlichen Anhörung für die "Verbände" teilnehmen. Herr Dr. Rinze wird die Stellungnahme erarbeiten und mit Herrn Dr. Neurieder abstimmen, der diese Stellungnahme parallel für die Großforschungseinrichtungen abgeben soll. Damit soll zum Ausdruck kommen, dass die "organisierte Wissenschaft" in zweifacher Weise aus der Bonner Runde heraus Stellung nimmt. Anregungen und Wünsche zur Unterstützung sind sehr erwünscht.
Enturf im Internet über:
http://www.bmwi.de/Navigation/Arbeit/arbeitsschutz.html

Als weitere wichtige neue Verordnung wird die Betriebssicherheitsverordnung vorgestellt. Aus der Sicht von HIS wird sich für den praktischen Betrieb wenig ändern, wenn die bisher geltenden rechtlichen Anforderungen bereits umgesetzt sind. Änderungen betreffen insb. Formalien, wie die Aufhebung der VbF (die untergeordneten Technischen Regeln gelten aber weiter) und die Aufhebung des Prüfmonopols des TÜV. Um die Interessen der Hochschulen auch im neuen Betriebssicherheitsausschuss zu vertreten, wird im BMWA dem zuständigen Referenten die Berufung von Herrn Dr. Neurieder vorgeschlagen.
Allerdings wird durch die Verordnung die Thematik bei den Überwachungsbehörden jetzt wieder eine erhöhte Aufmerksamkeit bekommen.
Zur Umsetzung des Weißbuches der neuen EU-Chemikalienpolitik hat die Kommission ein entsprechendes Dokument vorbereitet (REACH - Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals) und zur Stellungnahme aufgerufen. Die Umsetzung ist auf dem Wege der EU-Verordnung vorgesehen, wobei damit die Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen verändert wird. Eine Stellungnahme wird erarbeitet.
REACH im Internet:
http://europa.eu.int/comm/enterprise/chemicals/chempol/whitepaper/reach.htm

Personalia
Als Nachfolger für Herrn Käser (Bayrisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst) als Ministeriumsvertreter in der Bonner Runde wird neben Herrn Marquardt (Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen) Herr Barth (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst) gewählt.
Kontakt: Dr. F. Stratmann (HIS), E-Mail:

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Dr. Friedrich Stratmann

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