Rückblick

28. Jahresfachtagung der Fachgruppe Hochschulen und wissenschaftliche Institutionen im VDSI am Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) in Dresden

Zu ihrer bereits seit 1975 traditionell stattfindenden Jahresfachtagung trafen sich vom 25.-28. Mai 2003 die in der Fachgruppe Hochschulen und wissenschaftliche Institutionen (HWI) zusammengeschlossenen Sicherheitsfachkräfte am Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung in Dresden. Die dreitägige Fortbildungsveranstaltung zu den Themen Gefährdungsbeurteilung, Betriebssicherheitsverordnung und Katastrophenschutz profitierte von hochkarätigen Referenten, und die stets rege geführten Diskussionen belegten den hohen Stellenwert, den die Teilnehmer der Tagung den angebotenen Themen beimaßen. Der erste Tag war zweigeteilt. Nach Grußworten des Gastgebers, Herrn Pfrengle (IFW), der Ministerialdirigentin Frau Wiemer (Sächsisches Ministerium für Wirtschaft und Arbeit), des Bürgermeisters Herrn Lehmann (Dresden), des VDSI-Vorsitzenden Herrn Gehrmann und des Fachgruppenleiters Herrn Dr. Hoffmann eröffnete Herr Prof. Schmauder von der TU Dresden mit seinem Vortrag über die neu strukturierte Ausbildung der künftigen Fachkräfte für Arbeitssicherheit die Veranstaltung. Anhand konkreter Beispiele konnte er überzeugend die jetzt deutlich mehr an der Berufspraxis orientierte Konzeption der neuen Ausbildung belegen. Am Nachmittag fand die Jahreshauptversammlung der Fachgruppe statt. Nachdem der Vorsitzende und die Sprecher der Arbeitsgruppen ihre Berichte abgegeben hatten, sollte die Neuwahl des Vorsitzenden und seines Stellvertreters stattfinden. Hierzu war den Mitgliedern der Fachgruppe bereits im Dezember 2002 mitgeteilt worden, dass sich der bisherige Vorstand nicht mehr zur Wahl stellen würde. Der mehrfache Appell des Vorsitzenden an die Mitglieder, sich für diese Ämter zur Verfügung zu stellen, blieb jedoch leider erfolglos, und es fand sich in den Reihen der Fachgruppenmitglieder kein/e Kandidat/in, der/die bereit gewesen wäre, diese Leitungsfunktion zu übernehmen. Die Fachgruppe steht somit erstmals in ihrer 27-jährigen Geschichte ohne Leitung da. Die VDSI-Geschäftsstelle plant nun, im Juli Gespräche mit potenziellen Vorstandskandidaten zu führen, um eine Interimsleitung bis zur nächsten Jahresfachtagung im Jahr 2004 einzurichten. Der zweite Tag widmete sich einer ganzen Reihe aktueller Themen. Herr Dr. Wendisch (Gesundheitsamt Dresden) gab zahlreiche wertvolle Hinweise zur Krankheitsprävention bei Dienstreisen in heiße Länder; der leitende Sicherheitsingenieur der TU Dresden, Herr Kühn, berichtete über die ersten Ergebnisse der aktuell noch laufenden Gefährdungsbeurteilung an der TU und die mit einer solchen Erhebung verbundenen Probleme; Frau Dr. Lohmann (Unfallkasse Sachsen) gab einen Überblick über die Gefährdungen an Glasbläser-Arbeitsplätzen und Herr Borzel (Landesamt für Arbeitsschutz Thüringen) erläuterte in seinem zweiteiligen Referat detailliert, kompetent und anschaulich die Inhalte der neuen Betriebssicherheitsverordnung. Insb. letzteres Thema stieß bei den Tagungsteilnehmern auf großes Interesse und zog eine längere Diskussion nach sich. Abschließend stellte Herr Günther (Fachhochschule Bochum) ein mögliches Konzept für den Katastrophenschutz an Hochschulen vor. Am dritten Tag präsentierte der Sicherheitsingenieur des Mitteldeutschen Rundfunks, Herr Klügel, das am MDR entwickelte Informationsmanagementsystem GAB, mit dessen Hilfe die Führungsverantwortlichen eines Unternehmens rasch und unkompliziert Antworten zu Fragestellungen des Arbeitsschutzes abrufen können. Anschließend erläuterte Herr Franke (TÜV Akademie Dresden) die neuen Prüfpflichten für ortsfeste und ortsveränderliche elektrotechnische Anlagen und Betriebsmittel, und insbesondere die Definitionen, wann Geräte als ortsfest bzw. ortsveränderlich anzusehen sind, war Gegenstand einer längeren Diskussion. Herr Dr. Friederici (Bergakademie Freiberg) gab einen Überblick über aktuelle Entwicklungen bei den Pflichten der Betreiber von Anlagen, die der Röntgen- bzw. Strahlenschutzverordnung unterliegen und Herr Dr. Korndörfer (Umweltamt Dresden) stellte in einem chronologischen Überblick noch einmal die Geschehnisse beim Jahrtausend-Hochwasser im August 2002 vor und erläuterte sachlich die Gründe für die katastrophalen Ausmaße der Flut. Im letzten Vortrag gab Herr Dr. Lehmann (FU Berlin) eine Vorstellung davon, wie praxisbezogene Anleitungen zum sicheren Arbeiten in chemischen Laboratorien durchgeführt werden sollten. Anhand eindrucksvoller Experimente zu Brand- und Explosionsgefahren fesselte er seine Zuhörer und lieferte den Beweis, dass Sicherheit nicht bierernst vermittelt werden muss, sondern leicht verständlich, überzeugend und humorvoll vorgestellt werden kann. Die Veranstaltung endete mit einer Führung des leitenden Sicherheitsingenieurs des IFW, Herrn Müller, durch ausgewählte Einrichtungen des Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung. Für die Organisation der anspruchvollen und rundum gelungenen Tagung ist besonders Herrn Ekkehard Müller und dem Kaufmännischen Direktor Herrn Rolf Pfrengle (beide IFW) zu danken.
Dr. Markus Hoffmann, Universität Heidelberg

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